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Die besorgte Elternschar der Klasse 4b hat die Klassenlehrerin Frau Müller um einen Termin gebeten, offenbar scheint es Probleme in der Klasse zu geben.

Die Kleinen stehen gerade an einem entscheidenden Punkt ihrer schulischen Karriere, wird sich doch am Schuljahresende zeigen, wer den Sprung ins Gymnasium schafft - und wer eben nicht.

Und so sitzen fünf entschlossene Erwachsene auf Kinderstühlchen zwischen Kastanienmännchen, Laubgirlanden und Kuschelecken, bereit, dem Feind ins Auge zu sehen. Denn für die Eltern ist längst klar, wer die Schuld an  der Misere trägt - die erfahrene Lehrerin Sabine Müller scheint den pädagogischen Anforderungen seit einiger Zeit nicht mehr gewachsen zu sein.

Dass das Problem nicht bei den Schülern zu suchen ist, davon ist jeder der Anwesenden überzeugt. Ihre Kinder sind alle ganz besondere kleine Persönlichkeiten, die ab und an spezieller Förderung bedürfen und die nicht etwa einfach Spätzünder, faul, unkonzentriert oder einfach mathematisch unbegabt sind. Die Fronten in diesem Kampf sind klar. 

IM APRIL IN DER AULA DER
VOLKSSCHULE ST. THOMAS 

 

 

Die Geschichte vom Brandner Kaspar ist ein Stück rückwärts gewandter Utopie. Sie ist so romantisch wie die Schwärmerei von der Verbindung zwischen Fürst und Volk.

Und sie befriedigt den Wunsch nach Naivität, die wir belächeln, wenn jemand so naiv im Glauben ist, wie in dem Spiel vorgeführt wird. Andererseits brauchen wir dieses Lächeln, um nicht an dem zu verzweifeln, an das wir nicht mehr glauben.

Das Lächeln, das zynisch und überheblich erscheinen mag, hat einen dionysischen Kern. Es tanzt auf dem Krater der Verzweiflung. Das alles aber reflektiert die Geschichte vom Brandner Kaspar nicht.
Sie erzählt ganz einfach und bekennt sich nicht zu ihrer entmytholisierenden Tendenz, die sie mit so vielen Geschichten der “fliegenden Blätter” aber dennoch hat! Brandner überlistet den Tod, aber geht dann doch willig in die patriarchale Ewigkeit ein.

Diese Geschichte kommt weitgehend ohne die Darstellung der Hybris eines Menschen aus, dem die Angst vor der Zeitlichkeit genommen ist. Dass er unverdrossen wildern will, weil er weiß, dass ihm noch Jahre geschenkt sind, kommt kaum über den Ansatz zu einem komischen Totentanzspiel hinaus. Überhaupt ist erschreckend, wie sich die Geschichte niedlich ausnimmt, wenn sie mit dem barocken Mustern verglichen wird, auf deren Tradition sich das Spiel beruft.

IM SOMMER IN DER WIESNARENA MAGDALENSBERG

     
 
     

Joana und Valentin Dorek sind Vertreter der bürgerlichen Mittelschicht, wie sie im Buche stehen: er Technischer Leiter in einem Zulieferbetrieb der Flugzeugindustrie, sie Historikerin, haben zwei beinahe erwachsene Kinder.

Kennengelernt haben sie sich vor 20 Jahren beim Tauchen, in perfekter, wortloser, stiller Unterwasserharmonie. Seitdem ist viel Zeit vergangen und inzwischen ist ihre Ehe etwas geworden, was ein Fachmann wohl „erodiert“ nennt:

as wortlose Einander-Verstehen ist empörten Anschuldigungen gewichen, beidseitigen Vorwürfen, jeder Menge Konfliktthemen, nicht verarbeiteten Kränkungen und lautstarken Streitigkeiten.

Deswegen sitzt das Ehepaar Dorek jetzt in einer Probestunde bei einem Paartherapeuten, der ihre Beziehung reparieren soll. Aber erst einmal liefern sie sich im Ordinationszimmer von Herrn Magister Harald die seit zwei Jahrzehnten eintrainierte Zimmerschlacht, die ihre Ehe zusammenhält wie Pech und Schwefel: Sie hört nicht auf, er hört nicht zu.

Die dysfunktionale Beziehungskommunikation der beiden bringt den Paartherapeuten fast an den Rand seiner Kunst, bis sein Handy klingelt und eine überraschende Nachricht im Raum steht, die die Therapiestunde komplett durcheinanderbringt …

IM SOMMER IN DER WIESNARENA MAGDALENSBERG

 

Schreckliches ist geschehen.

Ihr könnt euch noch erinnern. Der Räuber Hotzenplotz von Kasperl und Seppel gefangen genommen, nachdem er der Großmutter eine Kaffeemühle gestohlen hatte, und von Wachtmeister Dimpfelmoser ins Spritzenhaus gesperrt.

Der Räuber schafft es aber, mit einer List zu entkommen:

Er täuscht schreckliche Schmerzen vor und als Dimpfelmoser nachsieht, überwältigt er ihn.

Danach raubt er ihm seine Uniform und zieht sie selbst an, während der Polizist gefesselt zurückbleibt.
Hotzenplotz sucht die Großmutter auf, die ihn ohne Zwicker nicht erkennt und zunächst für Dimpfelmoser hält. Er isst sich bei ihr an Bratwurst und Sauerkraut satt und verschwindet.

Der Wachtmeister liegt unterdessen gefesselt und mit einem Eimer über dem Kopf im Spritzenhaus und ruft um Hilfe. Kasperl und Seppel kommen vorbei und hören die Rufe - sie glauben aber, es sei der Hotzenplotz.

Schlimm und schrecklich ist die Geschichte. Wie sie ausgeht, erfährt ihr im Sommer auf der Wiesn. 

IM SOMMER IN DER WIESNARENA MAGDALENSBERG 

 

 

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