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Das Stück hat eine klare Ausgangssituation: das Meer, ein Floß, drei Herren, denen die Lebensmittel ausgegangen sind. Um zu überleben, muss einer von ihnen gegessen werden. Wie die drei mit dem Problem umgehen und wie sie es lösen wird auf sehr hintersinnige, diabolische Weise gezeigt.
Der Weg zum Essen führt über Wahlkämpfe, Abstimmungen und geschickt eingefädelte Argumentationen - Appelle an Menschlichkeit, Moral, Kameradschaftlichkeit und ähnlich hohe Werte menschlichen Zusammenlebens, denen man sich nicht entziehen kann. Nur: es geht ums Gegessenwerden! Das Stück ist eine genaue, bitterböse Parabel auf Macht, Intrigen und die Manipulierbarkeit des Menschen.
Die Schärfe der Gedanken, die Genauigkeit des Textes machen es unnötig, ihn in irgendeiner Weise im Darstellerischen zu aktualisieren oder in eine konkrete historische Situation zu verbringen.
Wie selten bei Theatertexten (und eigentlich immer nur bei guten) kann das Spiel "zeitlos" bleiben. Das durch den Text vorgegebene Losgelöstsein vom Alltag durch den Spielort "Auf hoher See" verleiht dem Stück die Distanz, die es allgemein gültig sein lässt. Bezüge zu historischen oder aktuellen Ereignissen wie zum eigenen Erleben kann sich der Zuschauer selbst herstellen.

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